Greyhound-Madness pt. 2

Inzwischen sitze ich im dritten Bus, der mich endlich an mein Ziel bringt. Der Zweite Bus ab Winnipeg war leider etwas crappy und hatte kein W-Lan, dafür war aber einer meiner lustigen Gefährten aus dem ersten Bus dabei. Mitte 40, dicker Bierbauch und auf dem Weg zu nem Country-Konzert seines Freundes. Witziger Typ, er erzählte mir ganz stolz, dass er eine Flasche Schnaps mit in den Bus geschmuggelt hatte, die aber schon am ersten Tag leer war. Das erklärt auch warum ich Hinten in der selbstdeklarierten Party-Section saß und die Laune dort so gut war. Neben dem Typen saßen da noch die beiden Kiffer, der eine, Kyle, war auf dem Weg nach Vancouver Island und sagt, dass das auf jeden Fall sein letzter Trip mit dem Greyhound sei. Das dritte Mitglied der Party-Section, eine gelebte Frau, deren Alter ich nicht schätzen mag, war auf dem Weg nach Vancouver und sagte, dass sie noch nie so weit von Zuhause weg war. Sie war unglaublich gut darin unglaublich lange unglaublich viel zu Reden und das mit dreckigem Lachen der Marke Rumpelstilzchen zu untermalen. Schon spannend, was sich auf so kurzen Reisen für Kurzzeitzweckgemeinschaften bilden. Die Frau rauchte immer bei Kyle mit, der Typ mit der Bierwampe füllte die beiden mit Schnaps ab, und ich ließ mir von den Dreien im Wechsel Kaffee mitbringen.
Landschaftsmäßig muss man sagen, dass die ab Manitoba auftauchende Prrie erstmal im Vergleich ziemlich öde ist. Das ändert sich auch nicht, während man durch Saskatchewan fährt. Allerdings ist es beeindruckend, wie dunkel es dort nachts ist (mangels Zivilisation) und wie weit man tagsüber tatsächlich schauen kann. Dennoch kann man dem Ganzen eine gewisse Trostlosigkeit nicht absprechen.

Manitoba & Saskatchewan in a Nutshell:

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Wenigstens ist der Sonnenaufgang über der Prärie fantastisch:

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Greyhound-Madness pt. 1

Aller Unkenrufe zum Trotz ist der Trip mit dem Greyhound eine ziemlich geile Angelegenheit. Sauber, Wi-Fi und lustige Kiffer an Bord, die einem aus einer Laune heraus ‘nen Kaffee spendieren. Ich bin bereits 1400km weit gefahren (nicht einmal 50% meiner Strecke) und so langsam bekomme ich ein Gefühl für die riesigen Dimensionen Kanadas. Die Zwischenstopps die wir einlegen reichen von modernen Tim Hortons Filialen, über Billig-Imbisse bis hin zu absolut abgeranzten Busbahnhöfen. Irgendwie scheinen es alle total fantastisch zu finden, dass ich aus Deutschland gekommen bin um diesen Trip auf mich zu nehmen.
Er lohnt sich aber auch allemal. Die kanadische Landschaft ist Traumhaft, es gibt viele riesige Seen und Flüsse, und die Wälder sorgen für absolut großartig gefärbte Panoramen.

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