Goldstream & Salmon Run

Im Herbst schwimmen die Lachse den Goldstream hinauf um zu laichen und anschließend zu sterben. Der Goldstream und angrenzende Flüsse sind voll mit toten Lachsen und Möwen. Die ganze Gegend riecht wenig erfreulich, und wenn ich Bulimie haben wollte, würde ich dort mit dem Training beginnen.

http://youtu.be/HBY8M0OH30Q

I love Lake Louise

Gestern sind Hannah, Doro und Ich mit dem Pick-Up wieder in die Rockies gedüst, diesmal zum Lake Louise. Los ging es Morgens um Acht im leichten Schneegestöber. Man sollte ja meinen, dass die Kanadier so ein Wetter kennen, aber trotzdem haben wir auf dem Weg dorthin alle Nase lang Autos gesehen die im Graben geparkt wurden. Ich habe uns mit friesischer Präzision sicher ans Ziel navigiert. Auf dem Weg durch den Banff National Park haben wir die Scenic Road genommen, man ist dort zwar etwas langsamer unterwegs, aber die Wahrscheinlichkeit Tiere zu sehen ist um einiges höher. Naja, obwohl es sich quasi um den Schleichweg handelt, fahren viele Leute doch ganz schön zügig, was etwas nervig war.
Auf dem Weg hatte sich ein Schwarzbär praktischerweise genau gegenüber einer Haltebucht an den Straßenrand bewegt um dort zu grasen und bärige Bärendinge zu machen. Echt toll. Besonders lobend möchte ich an dieser Stelle die italienische Reisegruppe erwähnen, die erstmal gesammelt aus ihrem Van gesprungen ist, um den Bären anzuschreien. Da ist es doch kein Wunder, dass Bären so ein schlechtes Bild von Menschen haben. Sie wurden zum Glück relativ schnell von einem Wildtierfotographen zurechtgewiesen.
Auf der Weiterfahrt haben wir noch einen Wolf gesehen, der mit nahezu Schallgeschwindigkeit vor uns über die Straße rannte.
Angekommen am Lake Louise entschieden wir uns für einen mittellangen Hike (ca. 3,4km), der eine Teehütte zum Ziel hatte. Am Lake Louise selber lag kein Schnee, aber wir erreichten relativ schnell die Schneegrenze, und der Pfad wurdest etwas schlüpfrig (aua). Am Ziel wurden wir mit einer bereits geschlossenen Teehütte belohnt (Dank für die Vorab-Info), und sind dann relativ zügig auf einem anderen Pfad wieder hinab. Das war nicht die Beste unserer Ideen. Der Pfad war noch schlüpfriger und wir legten uns jeder mindestens zweimal hin. Aus Sicherheitsgründen bin ich sogar ein Teilstück auf dem Hintern gerutscht.
Auf dem Rückweg haben wir noch kurz in Banff gehalten (Skitouristenhölle).
Der Highway war inzwischen schneefrei, dafür war dort ziemlich suppiger Nebel unterwegs. Trotz einer Geschwindigkeit, die sich für diese Sichtverhältnisse viel zu schnell anfühlte, wurde wir von jedem anderen Auto das unterwegs war überholt. Verrückt. Wir sind zum Glück sicher angekommen, auch ohne Nebelhorn.

Der Großteil der tollen Fotos wurde von Hannah gemacht und werden mit ihrer freundlichen Erlaubnis für meinen Blog genutzt.

Schild:

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Bärenbruder macht Bärensachen:

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Ein ganz normaler Herbstmorgen:

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Schwerkraft: 1 – Hauke: 0:

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I love Lake Louise.

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Sport (hust):

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Großartiger Ausblick:

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Leuchtreklame:

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Piepfreund:

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Irgendein Gipfel:

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The Rocky Mountains Hiking Show

Am Sonntag bin ich endlich mal in den Rockies gewesen. Nach zwei Stunden Fahrt sind wir in Canmore angekommen und der Worldclass Hiking Club bestehend aus meinen Gastgebern Daniel und Anna, deren Freundin Candice und den drei Workawayerinnen Jenny, Hannah und Doro hat sich direkt auf den Weg gemacht den Grassi Lakes Trail zu bewandern.

Der Trail war etwas kurz, aber die Aussicht trotzdem atemberaubend. Als absolutes Highlight haben wir auf dem Weg nach Unten einen Schwarzbär gesehen.

Ganz Unten:

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Wasser; viel, schnell und laut:

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Where the Magic happens:

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Der alte Mann und das Meer:

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Photobombed:

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Joey, der blinde Gipfelhund:

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Schwarzbärbuddy:

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Worldclass Hiking Club vor der Bierzeremonie:

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Auf dem Weg nach ganz Oben:

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Kein Biber in Sicht:

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Sonnenuntergang:

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Auf dem Hinweg:

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Choose Wisely:

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Atemberaubende Aussicht:

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Atemberaubender:

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Phototapete:

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Canmore:

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Massentourismus:

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Höhlentier (lasziv posend):

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(Fast) ganz oben:

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Quasi ganz oben:

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P.s. Einige der Bilder sind Spenden der lieben Hannah.

Rural Alberta

Am Dienstag Nachmittag (23.09.) hat mich der Greyhound, wenn auch mit leichter Verspätung, in Red Deer abgesetzt. Leider hatte diese Verspätung zur Folge, dass mich niemand direkt abholen konnte. So bin ich erstmal mit meinem ¨leichten¨ Gepäck durch den halben Ort gelatscht um Daniel, den Farmer, an einem Lieferpunkt zu treffen. Dort hat er darauf gewartet, dass die Ernte von den Shareholdern abgeholt wird. Auf dieses Shareholdersystem werde ich später noch eingehen.
Red Deer ist wohl eine für diese Gegend typische Stadt, es fahren übermäßig viele Pick-Ups auf den Straßen und man sieht den meisten Leuten an, dass sie ihr Geld durch physische Arbeit verdienen. Die Stadt selber ist wie ein Raster aufgebaut, es gibt nur Streets und Avenues. Liegt die Straße auf einer Nord-Süd-Achse, dann ist es eine Avenue, liegt sie auf einer Ost-West-Achse, dann ist es eine Street. Diese werden durchnummeriert und zwar je nach Stadt nach einem anderen System, so wurde mir erklärt. Manche haben zusätzlich noch einen Namen.

Wir waren abends relativ spät zurück auf der Farm, so dass ich im Grunde nur noch den Hobo-Duft abgeduscht habe und Abendbrot gegessen. Nach der Greyhound-Tour musste ich ich erstmal zehn Stunden durchschlafen.

Heute habe ich den ganzen Tag damit verbracht Salate zu ernten und für den Verkauf zu verpacken. Da hier organic farming betrieben wird, haben die meisten Felder eher einen Unkraut-Flair, aber zwischen dem ganzen Kram der da wild wächst, gibt es tatsächlich einiges zu ernten. Über die Farm selber werde ich im nächsten oder übernächsten Post mehr schreiben.

Welcome:

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Der Blick von der Veranda:

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Die Auffahrt:

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Pick-Up, was auch sonst?

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Greyhound-Madness pt. 2

Inzwischen sitze ich im dritten Bus, der mich endlich an mein Ziel bringt. Der Zweite Bus ab Winnipeg war leider etwas crappy und hatte kein W-Lan, dafür war aber einer meiner lustigen Gefährten aus dem ersten Bus dabei. Mitte 40, dicker Bierbauch und auf dem Weg zu nem Country-Konzert seines Freundes. Witziger Typ, er erzählte mir ganz stolz, dass er eine Flasche Schnaps mit in den Bus geschmuggelt hatte, die aber schon am ersten Tag leer war. Das erklärt auch warum ich Hinten in der selbstdeklarierten Party-Section saß und die Laune dort so gut war. Neben dem Typen saßen da noch die beiden Kiffer, der eine, Kyle, war auf dem Weg nach Vancouver Island und sagt, dass das auf jeden Fall sein letzter Trip mit dem Greyhound sei. Das dritte Mitglied der Party-Section, eine gelebte Frau, deren Alter ich nicht schätzen mag, war auf dem Weg nach Vancouver und sagte, dass sie noch nie so weit von Zuhause weg war. Sie war unglaublich gut darin unglaublich lange unglaublich viel zu Reden und das mit dreckigem Lachen der Marke Rumpelstilzchen zu untermalen. Schon spannend, was sich auf so kurzen Reisen für Kurzzeitzweckgemeinschaften bilden. Die Frau rauchte immer bei Kyle mit, der Typ mit der Bierwampe füllte die beiden mit Schnaps ab, und ich ließ mir von den Dreien im Wechsel Kaffee mitbringen.
Landschaftsmäßig muss man sagen, dass die ab Manitoba auftauchende Prrie erstmal im Vergleich ziemlich öde ist. Das ändert sich auch nicht, während man durch Saskatchewan fährt. Allerdings ist es beeindruckend, wie dunkel es dort nachts ist (mangels Zivilisation) und wie weit man tagsüber tatsächlich schauen kann. Dennoch kann man dem Ganzen eine gewisse Trostlosigkeit nicht absprechen.

Manitoba & Saskatchewan in a Nutshell:

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Wenigstens ist der Sonnenaufgang über der Prärie fantastisch:

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Greyhound-Madness pt. 1

Aller Unkenrufe zum Trotz ist der Trip mit dem Greyhound eine ziemlich geile Angelegenheit. Sauber, Wi-Fi und lustige Kiffer an Bord, die einem aus einer Laune heraus ‘nen Kaffee spendieren. Ich bin bereits 1400km weit gefahren (nicht einmal 50% meiner Strecke) und so langsam bekomme ich ein Gefühl für die riesigen Dimensionen Kanadas. Die Zwischenstopps die wir einlegen reichen von modernen Tim Hortons Filialen, über Billig-Imbisse bis hin zu absolut abgeranzten Busbahnhöfen. Irgendwie scheinen es alle total fantastisch zu finden, dass ich aus Deutschland gekommen bin um diesen Trip auf mich zu nehmen.
Er lohnt sich aber auch allemal. Die kanadische Landschaft ist Traumhaft, es gibt viele riesige Seen und Flüsse, und die Wälder sorgen für absolut großartig gefärbte Panoramen.

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Niagara Falls

So. Pflichtbewusst habe ich natürlich auch die Niagarafälle besucht.
Der Hammer, es ist dann doch noch gigantischer als man es sich vorgestellt. Allerdings kommt einem als darum herum etwas weird vor. So ein bisschen wie Las Vegas für Leute, die es nicht ganz geschafft haben. Aber alles mit extra angehobenen Preisen, damit man sich auch elitär fühlen kann (oder arm). Anyways, ich war natürlich trotzdem bei T.G.I. Fridays, Starbucks, und hab mir im Hersheys Store nen fetten Milkshake geholt. Das Essen habe ich aus Diätgründen aber nicht fotografiert.

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Fun Fact: Da das Wasser mit einer unglaublichen Gewalt die Fälle runterrauscht, wird man auch schon gefühlte 50m vom Ufer entfernt ziemlich nass.