Erstens kommt es anders und Zweitens als man denkt

Tja, da bin ich frohen Mutes nach Victoria gereist um auf einer Baustelle zu arbeiten, nur damit wir am darauf folgenden Tag mit Begründung, dass es gerade keine Arbeit gäbe, weggeschickt werden (Arschlöcher).

Nach fünf Minuten ärgern waren wir bereits dabei neue Pläne zu schmieden.

Flug, Bus, Hitchhiken, Prostitution – wir haben alle Optionen durchgekaut. Schlussendlich buchten wir dann Flüge, die dann, unzuverlässiger Webportale sei Dank, gar nicht zu buchen waren. Wir entschieden uns dann für Hitchhiken, nur, um dann Morgens doch zu entscheiden, dass wir mit dem Auto fahren.

Mittwoch sind wir dann also los. Mit der Fähre von Nanaimo nach Horseshoe Bay, dann über Squamish und Whistler bis 100 Mile House wo wir auf dem Municipial Campground genächtigt haben. Das Ziel von Tag 2 war Dawson Creek. Wir waren zeitig dort und fanden einen recht luxuriösen Campground vor. Mit echten Toiletten und Duschen (fantastisch). Dort oben merkte man schon, dass die Tage wesentlih länger werden im Norden.
In Dawson Creek beginnt der berühmte Alaska Highway. Die Strecke ist unglaublich. Erstens weil sie gefühlt endlos ist, und Drittens, weil hinter jedem Berg ein Tal in eine neue Vergessene Welt führt, ich bin mir sicher, dass ich zwischendurch auch Dinosaurier gesehen habe. Ach,und Drittens, da ab einem bestimmten Abschnitt alle Tankstellen scheinbar um 10 Uhr zumachen (Idioten). Die dritte Nacht haben wir dann im Auto verbracht, nur um am nächsten Morgen endlich tanken zu dürfen. Auf ging es nach Whitehorse, mit einem kurzen Zwischenstop in Watson Lake. Watson Lake wird auch Gateway in den Yukon oder so genannt (genaue Bezeichnung ist mir egal), dort gibt es mehrer Wände an denen über die Jahre Ortsschilder und Kennzeichen aus aller Welt festgenagelt wurden (gefühlt 10.000), beeindruckend.

Gegen sechs kamen wir in Whitehorse an und ich wurde mit meinen Liebsten wiedervereint. Wir haben etwas außerhalb von Whitehorse auf einem überfüllten Campingplatz am Lake Laberge geschlafen. Zu meiner Freude (oder so) durfte ich feststellen, dass die Sonne hier tatsächlich nachts nicht untergeht (so eine Scheiße).

Am nächsten Tag gab es ein typisch kanadisches Frühstück (McDonalds) und dann trennten sich unsere Wege leider auch irgendwann wieder, Fabi flog zurück nach Kelowna (schnief), Kathi und Hana sind wieder nach Dawson City gefahren (heul). Christian und ich haben uns auf den Weg nach Carcross. gemacht und sind nun seit Sonntag Volunteers bei Greg und seiner Familie. Hier helfen wir ein bisschen auf dem riesen Grundstück und haben ansonsten viel Zeit die Gegend zu erkunden (essen).

In ca 10 Tagen geht es für uns weiter nach Dawson City und dann schauen wir mal was wir ab da so treiben.

Peace, eh.

Endspurt

Ich bin jetzt schon zwei Monate auf der Farm und mein letzter Blogbeitrag ist schon über einen Monat her. Morgen ist Sonntag, und ich mache mich schweren Herzens wieder auf den Weg.

Die Zeit hier war der absolute Hammer und die Kösters sind mir sehr ans Herz gewachsen, und wollen mich auch eigentlich gar nicht gehen lassen. Auch die anderen Voluntäre die ich kennen lernen durfte sind wunderbare Menschen. Ich werde hier so ziemlich alles vermissen: Die Kösters, die anderen Voluntäre, die Hunde, die Katze, meine Entenküken, die Lamas, die Schafe, die Pferde, den Ausblick, die sengende Sonne, den Cider, Evas gute Küche.

Ich bin sehr dankbar für alles was ich hier erlebt habe, seien es die Wanderungen an den Trestles, Abenteuer im Kletterpark (ich hab mir fast in die Hose gepisst und meine Seele hat mehrfach den Körper verlassen, aber ich hab durchgezogen), Downhillabfahrten mit dem Mountainbike, Angeltouren auf abgeschiedenen Seen, oder einfach das tolle zusammensein mit feinen Seelen.

Aber meine Reiselust ist noch nicht gestillt, deswegen heißt es Abschied nehmen. Auf mich wartet ca. einen Monat lang arbeiten in Victoria und ein Asi-Leben auf dem Campingplatz führen, um dann Anfang Juli mit der Fähre nach Alaska zu schippern und mit meinem Kumpel Christian durch Alaska und den Yukon zu hiken.

Es ist erschreckend, dass ich jetzt nur noch sieben Wochen hier habe. Als ich Anfang des Jahres meinen Flug buchte, schien mir alles noch in weiter Ferne. Ende Juli geht mein Flug, dann war ich 11 1/2 Monate hier. Langsam fallen mir haufenweise Sachen ein, die ich noch sehen/machen/erleben möchte.

Ich werde wohl wiederkommen müssen.