Reisefieber

Wer mich kennt, weiß, dass ich trotz meiner phlegmatischen Ausstrahlung nie wirklich ruhen kann. Eigentlich hatte ich ja geplant, den Sommer in Tofino zu verbringen. Da mein Freund Gary, der Manager des Hostels, aber das Hostel bereits im März verlässt, habe ich beschlossen meinen Vertag zu verkürzen um weiter zu reisen. So einen wirklichen Plan habe ich noch nicht, aber der Würfel hat ergeben, dass es irgendwo in die Rockies gehen soll. Mein Vertrag endet am 15. März. Bis Anfang April werde ich dann ein bisschen rumreisen und dann einen Job antreten.

Für Ende Mai ist ein Roadtrip nach Alaska geplant. Der ehrenwerte Christian will sich um ein Auto kümmern, das uns unterwegs nicht im Stich lässt. Danach werde ich hoffentlich einen Erntejob im Okanagan Valley haben, der mir noch ordentlich Geld einbringt. Und, ja, entgegen anderweitiger Planungen werde ich dann im September wohl doch erstmal wieder nach Deutschland kommen um Geld zu verdienen für weitere Reisen.

Hier in Tofino fühle ich mich unglaublich wohl. Wir kochen jeden Abend mit den Gästen und ich lerne immer wieder tolle Leute können. Und, obwohl ich zuerst geplant hatte länger zu bleiben, konnte ich mich mit dem Gefühl irgendwo wirklich lange zu bleiben nicht richtig anfreunden. Nach dem der Vertrag hier fix war habe ich jede Nacht davon geträumt in ein Flugzeug zu steigen.

Bei meinen Touren hier ist mir erstmals bewusst geworden, wie wenig ich eigentlich von Europa gesehen habe. Da kommt noch einiges auf mich zu. Genauso wie ich noch eine Asienreise auf der Liste habe, da ich unbedingt in meine Geburtststadt Seoul möchte. Das Jahr hier ist erst vier Monate alt, und doch hat es unglaublich viel in mir bewegt.

Und, obwohl ich vor meiner Abreise so eine große Fresse hatte, merke ich langsam wie sehr mir meine Freunde fehlen. Und wenn ich zurück bin werden mir wohl genauso meine ganzen fantastischen Freunde fehlen die ich hier auf der Reise gemacht habe. Mir bleibt nichts anderes übrig als am Reisen zu bleiben.

Traces of WW2

Im Regenwald in der Nähe von Tofino gibt es einen kanadischen Bomber aus dem zweiten Weltkrieg, der damals direkt nach dem Start abgestürzt ist. Der Weg dorthin ist kein offizieller Trail, allerdings haben sich einige Leute sie Mühe gemacht ihn vernünftig zu markieren. Der Weg führt überwiegend durch Sumpf und wenn man so geschickt ist wie ich, sieht man hinterher auch entsprechend aus.