Farmers Market

Am Freitag sind wir zu einem Markt auf dem Campus der University of Calgary gefahren. Der fand zum ersten Mal statt und wir wussten nicht was uns erwartet. Die University of Calgary ist recht groß und schön und es regnet nicht in die Bibliothek. Der Markt wurde super angenommen, manche Leute taten so als hätten sie seit einer Ewigkeit nicht die Möglichkeit gehabt gutes Essen zu kaufen. Im Gegensatz zu deutschen Unis, an denen es meist eine bis mehrere Mensen gibt, hat die UofC eine Food Mall in der alle möglichen Fast Food Ketten einen Laden haben.
Für mich war es eine super Möglichkeit mein Englisch zu trainieren. Ich war überrascht wieviele Leute mein dahingenuscheltes English verstehen. Insgesamt war der Markt ne sußerspaßige Angelegenheit, vorallem mit dem ganzen positiven Feedback das wir bekommen haben.
Auf dem Rückweg haben wir an  ‘nem Superfoods Store (das ist ne Mischung aus gesundem Essen und Hexerei) halt gemacht. Ich schätze hier würde Miraculix einkaufen, wenn er Kanadier wäre.
Die eine freundliche Dame hinterm Tresen hat mir einen Drink zum probieren gegeben, der angeblich ganz toll für einen schönen Bart sein soll. Ich hätte sie besser nicht fragen sollen was dort drin ist, eine der Zutaten waren getrocknete, gemahlene Ameisen… (Mein Bart ist über Nacht trotzdem nicht großartig gewachsen).
Heute waren wir auf dem Markt in Red Deer, der ebenfalls sehr schön war, lediglich die Kälte hat mir etwas zu schaffen gemacht. Am Stand der Black Forest Bakery habe ich die Besitzer kennengelernt, ein deutsches Ehepaar aus dem Schwarzwald, was mir gleich wieder Jobmöglichkeiten eröffnet hat. Am Obststand 20 Meter weiter von uns hat tatsächlich ein Typ gearbeitet der in Bremen studiert.

Last but not least habe ich mir im Second Hand Shop eine echte Lederjacke für rund 25€ gekauft, die mich jetzt zum totalen Badass macht.

Dieses Foto ist nicht gestellt:

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Zwischenzeitlich war tierisch viel los:

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Für die Schönheit dieses Standes bin ich mitverantwortlich:

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Rural Alberta

Am Dienstag Nachmittag (23.09.) hat mich der Greyhound, wenn auch mit leichter Verspätung, in Red Deer abgesetzt. Leider hatte diese Verspätung zur Folge, dass mich niemand direkt abholen konnte. So bin ich erstmal mit meinem ¨leichten¨ Gepäck durch den halben Ort gelatscht um Daniel, den Farmer, an einem Lieferpunkt zu treffen. Dort hat er darauf gewartet, dass die Ernte von den Shareholdern abgeholt wird. Auf dieses Shareholdersystem werde ich später noch eingehen.
Red Deer ist wohl eine für diese Gegend typische Stadt, es fahren übermäßig viele Pick-Ups auf den Straßen und man sieht den meisten Leuten an, dass sie ihr Geld durch physische Arbeit verdienen. Die Stadt selber ist wie ein Raster aufgebaut, es gibt nur Streets und Avenues. Liegt die Straße auf einer Nord-Süd-Achse, dann ist es eine Avenue, liegt sie auf einer Ost-West-Achse, dann ist es eine Street. Diese werden durchnummeriert und zwar je nach Stadt nach einem anderen System, so wurde mir erklärt. Manche haben zusätzlich noch einen Namen.

Wir waren abends relativ spät zurück auf der Farm, so dass ich im Grunde nur noch den Hobo-Duft abgeduscht habe und Abendbrot gegessen. Nach der Greyhound-Tour musste ich ich erstmal zehn Stunden durchschlafen.

Heute habe ich den ganzen Tag damit verbracht Salate zu ernten und für den Verkauf zu verpacken. Da hier organic farming betrieben wird, haben die meisten Felder eher einen Unkraut-Flair, aber zwischen dem ganzen Kram der da wild wächst, gibt es tatsächlich einiges zu ernten. Über die Farm selber werde ich im nächsten oder übernächsten Post mehr schreiben.

Welcome:

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Der Blick von der Veranda:

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Die Auffahrt:

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Pick-Up, was auch sonst?

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Greyhound-Madness pt. 2

Inzwischen sitze ich im dritten Bus, der mich endlich an mein Ziel bringt. Der Zweite Bus ab Winnipeg war leider etwas crappy und hatte kein W-Lan, dafür war aber einer meiner lustigen Gefährten aus dem ersten Bus dabei. Mitte 40, dicker Bierbauch und auf dem Weg zu nem Country-Konzert seines Freundes. Witziger Typ, er erzählte mir ganz stolz, dass er eine Flasche Schnaps mit in den Bus geschmuggelt hatte, die aber schon am ersten Tag leer war. Das erklärt auch warum ich Hinten in der selbstdeklarierten Party-Section saß und die Laune dort so gut war. Neben dem Typen saßen da noch die beiden Kiffer, der eine, Kyle, war auf dem Weg nach Vancouver Island und sagt, dass das auf jeden Fall sein letzter Trip mit dem Greyhound sei. Das dritte Mitglied der Party-Section, eine gelebte Frau, deren Alter ich nicht schätzen mag, war auf dem Weg nach Vancouver und sagte, dass sie noch nie so weit von Zuhause weg war. Sie war unglaublich gut darin unglaublich lange unglaublich viel zu Reden und das mit dreckigem Lachen der Marke Rumpelstilzchen zu untermalen. Schon spannend, was sich auf so kurzen Reisen für Kurzzeitzweckgemeinschaften bilden. Die Frau rauchte immer bei Kyle mit, der Typ mit der Bierwampe füllte die beiden mit Schnaps ab, und ich ließ mir von den Dreien im Wechsel Kaffee mitbringen.
Landschaftsmäßig muss man sagen, dass die ab Manitoba auftauchende Prrie erstmal im Vergleich ziemlich öde ist. Das ändert sich auch nicht, während man durch Saskatchewan fährt. Allerdings ist es beeindruckend, wie dunkel es dort nachts ist (mangels Zivilisation) und wie weit man tagsüber tatsächlich schauen kann. Dennoch kann man dem Ganzen eine gewisse Trostlosigkeit nicht absprechen.

Manitoba & Saskatchewan in a Nutshell:

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Wenigstens ist der Sonnenaufgang über der Prärie fantastisch:

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Greyhound-Madness pt. 1

Aller Unkenrufe zum Trotz ist der Trip mit dem Greyhound eine ziemlich geile Angelegenheit. Sauber, Wi-Fi und lustige Kiffer an Bord, die einem aus einer Laune heraus ‘nen Kaffee spendieren. Ich bin bereits 1400km weit gefahren (nicht einmal 50% meiner Strecke) und so langsam bekomme ich ein Gefühl für die riesigen Dimensionen Kanadas. Die Zwischenstopps die wir einlegen reichen von modernen Tim Hortons Filialen, über Billig-Imbisse bis hin zu absolut abgeranzten Busbahnhöfen. Irgendwie scheinen es alle total fantastisch zu finden, dass ich aus Deutschland gekommen bin um diesen Trip auf mich zu nehmen.
Er lohnt sich aber auch allemal. Die kanadische Landschaft ist Traumhaft, es gibt viele riesige Seen und Flüsse, und die Wälder sorgen für absolut großartig gefärbte Panoramen.

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Niagara Falls

So. Pflichtbewusst habe ich natürlich auch die Niagarafälle besucht.
Der Hammer, es ist dann doch noch gigantischer als man es sich vorgestellt. Allerdings kommt einem als darum herum etwas weird vor. So ein bisschen wie Las Vegas für Leute, die es nicht ganz geschafft haben. Aber alles mit extra angehobenen Preisen, damit man sich auch elitär fühlen kann (oder arm). Anyways, ich war natürlich trotzdem bei T.G.I. Fridays, Starbucks, und hab mir im Hersheys Store nen fetten Milkshake geholt. Das Essen habe ich aus Diätgründen aber nicht fotografiert.

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Fun Fact: Da das Wasser mit einer unglaublichen Gewalt die Fälle runterrauscht, wird man auch schon gefühlte 50m vom Ufer entfernt ziemlich nass.

Musik

An dieser Stelle möchte ich mal Werbung für zwei Bands machen machen, die ich am ersten Abend kennenlernen durfte.

Auf Empfehlung einer sehr netten Frau, der ich am Flughafen eigentlich nur ‘ne kurze Frage zum Busticket gestellt hatte, sind Ann-Christin und ich in der Dakota Tavern gelandet, einem unglaublich tollen Laden. An dem Abend war Live-Musik angesagt und auf der Bühne standen Little Foot Long Foot und The Manvils.

Little Foot Long Foot – Bridge Concerns: http://youtu.be/8ZDfM0QIiZg

The  Manvils – The Pretty Bleed: http://youtu.be/wpQwWhchWMg

Mikey Manville, der Sänger und Gitarrist der Manvils, ist übrigens ein unglaublich sympatschischer Typ. Als ich ihm erzählte, dass ich gerade erst angekommen bin, hat er mir zur Begrüßung ein T-Shirt und die neue EP der Band geschenkt.